[Rezension] Penguin Little Black Classics Box Set Nr. 1-4

Penguin Little Black Classics Box

Die Penguin Little Black Classics Box umfasst 80 dünne Bücher, die allesamt circa 52 Seiten aufweisen. Die Autoren sind meist bekannte Schriftsteller oder Personen, die vor mehr als 100 Jahren gelebt haben. Es sind nicht zwangsläufig bekannte Titel, das macht es so besonders. Die ersten 4 Bücher werden hier rezensiert.

1. Mrs Rosie and the Priest

von Giovanni Boccaccio

Der Autor lebte im 14. Jahrhundert in Italien und das Buch beinhaltet vier kurze Erzählungen.

Die erste Kurzgeschichte handelt von einem jungen Italiener, der mit all seinem Ersparten auf einen Markt in Neapel reist. Dort will er ein Pferd erwerben. Aufgrund seiner Unachtsamkeit und seiner Zurschaustellung verliert er jedoch sein Geld an eine junge Dame (wie genau sei hier nicht verraten). Jedoch verlässt er die Stadt nicht ganz ohne Eigentum.

Die zweite Erzählung handelt von einem älteren Richter, der sich eine schöne, junge Frau zur Gemahlin nimmt. Da er ihr nicht genug Beachtung schenkt lässt sie sich jedoch auf einen anderen Herrn ein, mit dem sie dann auch verschwindet. Doch er spürt sie auf und stellt sie zur Rede.

Die dritte Geschichte ist die, die den Namen des Buches trägt. Ein Priester geht in seinem Dorf von Haus zu Haus und „beglückt“ die Frauen, wenn ihre Männer nicht da sind. Das tut er ebenso mit Mrs Rosie.

„You’re not doing anything to me,” said the Priest, “but you don’t let me do what I’d like to you, which is love my neighbour as god commanded.” alles klar.

Die letzte Handlung beschreibt einen komischen Kerl, der sich eine schöne Frau nimmt und mit ihr zwei Kinder zeugt. Dann täuscht er nacheinander den Tod der Kinder vor und täuscht zudem vor sich eine andere Frau nehmen zu wollen. Nur um ihre Geduld auf die Probe zu stellen.

Die einzelnen Geschichten lesen sich sehr schnell. Sie haben zwar komplett unterschiedliche Handlungen, haben aber gewisse Ähnlichkeiten. Solltest du dieses Buch einmal lesen wirst du sehr schnell merken was ich meine. Der Autor hatte wohl eine große Frustration mit den hübschen, jungen Damen.

Die Schreibweise ist sehr angenehm und das Geschehen wird unterhaltsam beschrieben. Man würde gar nicht bemerken, dass die Kurzgeschichten aus dem 14. Jahrhundert sind, wenn es nicht da stehen würde.

Bewertung: 

2. As Kingfishers Catch Fire

von Gerard Manley Hopkins

Hopkins lebte im 19. Jahrhundert in Großbritannien und Irland. Das Buch beinhaltet eine Vielzahl an Gedichten. Die letzten 12 Seiten enthalten Auszüge aus Hopkins Tagebüchern.

Die Gedichte haben unterschiedliche Themen. Von Jahreszeiten-Beschreibungen, zu Gedanken über Menschen bis hin zum Lebensinhalt. Aber fast alle weisen einen Bezug zu Gott auf. Was kaum verwunderlich ist, da Hopkins ein Priester war.

Für Nicht-Muttersprachler sind die Gedichte eventuell etwas schwierig zu verstehen. Das nehme ich nur an, da auch viele Muttersprachler Probleme mit den Gedichten haben.

Da ich leider nicht ganz die begeisterte Leserin von Gedichten bin, kann das Buch mich nicht sonderlich überzeugen. Einige Gedichte hatten ihre schönen Momente, die Tagebuch-Auszüge waren interessant zu lesen und auch Hopkins Verbundenheit zur Religion fand ich sehr sympathisch.

„Sorrow’s springs are the same. Nor mouth had, no nor mind, expressed What heart heard of, ghost guessed:(…)“

Viele negative / mittlere Bewertungen beschweren sich über die religiösen Elemente, was ich ziemlich unverständlich und anstrengend finde. Aber gut, wenn das ausreicht, um etwas für schlecht zu empfinden, dann ist das eben so.

Bewertung:  

3. The Saga of Gunnlaug Serpent-tongue

von Anonymous

Dieses Buch ist eine Erzählung, die in Island niedergeschrieben wurde. Die erste schriftliche Form der Erzählung erschien im 13. Jahrhundert, wobei es vermutet wird, dass die mündliche Erzählung bereits im 10. Jahrhundert begonnen hatte.

Die Saga erzählt die Geschichte von Throstein, der bei einer Begegnung mit einem Norweger einen schlechten Traum durchlebt. In diesem sieht er einen schönen Vogel, der von einem Adler umworben wird. Bald darauf erscheint ein anderer Adler und die beiden Kämpfen bis zum Tode. Schließlich kommt aus einer anderen Richtung ein Falke, der mit dem schönen Vogel davonfliegt.

Der Norweger interpretiert den Traum Thorsteins wie folgt: eines Tages wird Thorstein eine Tochter haben, die so schön sein wird, dass sie von vielen umworben wird. Zwei Männer werden sich um sie streiten und beide werden ihr Leben für sie lassen. Ein dritter Mann, zwar nicht ganz so ansehnlich, wird ihr ein neues Zuhause geben.

Die ganze Erzählung folgt Thorstein und seiner Tochter, immer die Traumdeutung im Hintergrund.

Prinzipiell ist die Geschichte gut erzählt. Die vielen Namen und Personen sind etwas verwirrend und unnötig, aber sie stören nicht allzu sehr. Darüber hinaus ist die Geschichte glücklicherweise in Kapitel unterteilt, was das Lesen doch erleichtert.

Bewertung: 

4. On Murder Considered as One of the Fine Arts

von Thomas de Quincey

Der im 19.  Jahrhundert lebende Autor verfasste viele Beiträge zu Morden, die zur damaligen Zeit in England bekannt wurden.

Das Werk ist eine komplette Satire, der Humor ist schwarz und das ganze Buch sollte wirklich nicht ernst genommen werden. Es werden manchmal Witze gerissen, die total banal sind und manch anderen eventuell irritieren (nur weil jemand Tubal Cain heißt hat er noch lange nicht ´tubes´ hergestellt).

„The subject chosen ought to be in good health: for it is absolutely barbarous to murder a sick person, who is usually quite unable to bear it.“

Es gibt viele lateinische Quoten, die den Lesefluss stören können. Im gesamten betrachtet ist es aber eigentlich sehr unterhaltsam, wenn auch etwas langatmig und an einigen Stellen übertrieben.

Bewertung:  

 

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