[Rezension] My Lady Jane

My Lady Jane

Inhalt

Mit nur 16 Jahren soll Lady Jane Grey verheiratet werden- an einen ihr Fremden jungen Mann namens Gifford. Verschwörungstheoretiker glauben sie solle so ihren Cousin Edward den Thron streitig machen. Damit würde Lady Jane Königin von England werden.

Gleich zu Beginn des Buches wird darauf hingewiesen, dass die Hauptprotagonisten auf echten Personen beruhen und alle ein tragisches Ende hatten. Also hier erstmal die echten Hintergründe!

My Lady Jane

von Cynthia Hand, Brodi Ashton, Jodi Meadows

Das Geschehen

Lady Jane Grey lebte im 16. Jahrhundert und ist bekannt als die 9-Tage-Königin (in manchen Überlieferungen auch 13-Tage-Königin) von England.

Einst wurde sie ihrem Cousin 1. Grades Edward VI. als Frau versprochen. Dieser sollte einmal den Thron besteigen. Doch starb Edward bereits mit 16 Jahren aufgrund einer Krankheit. Um zu verhindern, dass England zum Katholizismus übertritt, änderte Edward in seinen letzten Tagen vor seinem Tod die Erbreihenfolge. Seine Schwestern Mary und Elisabeth wurden ausgeschlossen, Königin sollte Lady Jane Grey werden.

Vor dem Tod ihres Cousins heiratete Lady Jane Grey Guildford Dudley, ebenfalls ein junger Mann aus gutem Hause. Zusammen regierten sie 9 Tage lang. Die Herrschaft wurde durch Mary beendet, die mit ihren Truppen in das Schloss einmarschierte und den Thron, als Älteste, für sich beanspruchte.

Durch Mary gewann der Katholizismus mehr Reichweite in der Bevölkerung. Um die Gefahr von Aufständen zu minimieren wurden Lady Jane Grey und ihr Mann Guildford mit gerade einmal 16 bzw. 17 Jahren hingerichtet.

Zu späterer Zeit befand sich auch die zweite Schwester, Elisabeth, auf dem Thron Englands und mit ihr verschwand der Katholizismus wieder aus den Königsreihen. Der Protestantismus erhielt, wie von Edward VI. gewollt, alleinige Stellung.

Nachdem ich wirklich viel darüber gelesen hatte (mehr als das von mir zusammengefasste), wollte ich das Buch gar nicht mehr lesen. Wenn es nur eine Erzählung der Vorkommnisse ist, nur etwas ausgeschmückt und fantastisch, dann hat es keinen Mehrwert für mich. Noch dazu ist es so traurig. Aber glücklicherweise habe ich es dann doch gelesen.

Rezension

Zunächst einmal das Buch selbst: ich weiß nicht, ob jede Buchausgabe so aussieht wie meine. My Lady Jane war ein Geschenk, was bereits monatelang herumlag (Schande über mich; hätte ich gewusst, wie gut es ist, hätte ich es früher gelesen).

Die Seiten sind nicht gerade aneinandergereiht. Es sieht mehr danach aus, als ob die einzelnen Seiten herausgerissen wurden und dann wieder eingefügt wurden. Also ragen einige Seiten mehr heraus als andere.

Schon zu Beginn erfährt man, dass die eigentliche Handlung doch anders gestaltet ist, als die wahre Begebenheit. So heißt  Guildford im Buch Gifford, was viel viel besser ist. Wirklich. Und sein Spitzname ist G, ganz einfach und die Kirsche obendrauf.

Der „Plottwist“, was eigentlich auch nicht so ganz richtig ist, da die Handlung einfach von der Wahrheit abweicht, ist unglaublich schön ausgedacht und wird ebenso humorvoll herübergebracht. Generell ist die ganze Handlung zwar ernst, aber hier und da kommt Humor rüber.

Generell geht es darum, dass es zwei Arten von Menschen gibt:  Verities und Eðians. Die Letzteren sind in der Lage sich in ein Tier zu verwandeln, eines das meist ihrer Persönlichkeit entspricht. Und Verities hassen diese dafür und misstrauen ihnen. So herrscht meist ein ständiger Kampf um Macht, der auch in das Königshaus eindringt.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Lady Janes, Edwards und Giffords. Da das Buch auch drei Autorinnen hat ist es nicht verwunderlich, dass alle drei Perspektiven anders geschrieben sind und anders klingen. Sie sind voneinander klar zu unterscheiden. Bei den meisten Büchern, mit unterschiedlichen Perspektiven, ist das ja meist nicht der Fall.

Die verschiedenen Charaktere sind alle durchaus sympathisch, außer natürlich Mary. Mary!

Das einzige Manko ist, dass die Geschichte manchmal „gestoppt“ wird, damit die Autoren einem etwas erzählen können. Also wirklich die Autoren. Irgendeine neue Hintergrundinformation oder ein kleiner Zusatz. Am Anfang hat mich das aus dem Lesefluss gebracht, aber je weiter ich las desto netter fand ich die kleinen Unterbrechungen. Auch hier ist viel Leichtigkeit und Humor zu finden.

Bonus

Die positiven Bewertungen von anderen Lesern beschreiben meist genau das, was auch empfinde: gute Schreibweise, viel Humor, angenehme Charaktere und tolle Handlung. Also sind die kritischen Bewertungen weitaus interessanter.

Die meisten finden die fehlerhafte Geschichte störend. Wenn man eine wahre Handlung umschreibt, sollte man doch manche Aspekte beibehalten. Außerdem ist die Handlung, die Eigenschaften der Charaktere sowie die Fantasie-Welt ( Verities und Eðians) eine klischeehafte Erzählung und nicht einfallsreich. Da ich nicht unbedingt viele Fantasie-Romane lese, kann ich dazu nichts sagen.

Fazit

My Lady Jane ist ein humorvolles Buch, angelehnt an eine wahre geschichtliche Begebenheit. Die Autorinnen zeigen Witz und Fantasie, alles erscheint stimmig. Definitiv empfehlenswert.

Besonders aufregend ist, dass die Autorinnen weitere Bücher in dieser Richtung schreiben wollen. Also wahre Begebenheiten in etwas fantastisches umgewandelt. Darauf freue ich mich ganz besonders und hoffe sie verhauen es nicht.

Momentan soll das 2. Buch in der Reihe My Plain Jane heißen. Hier soll die Geschichte von Jane Eyre und Charlotte Bronte als Basis dienen.

Das 3. Buch hat den momentanen Titel My Calamity Jane und handelt auch über Calamity Jane. Die Veröffentlichungen sind auf 2018 und 2020 datiert, das heißt es kann sich durchaus was an dem Inhalt ändern.

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