[Rezension] Cosmopolis

cosmopolis

Inhalt

Eric Packers Leben spielt sich meist nur in seiner Limousine ab. Dort empfängt er Geschäftspartner, Therapeuten und manchmal seine vor kurzem geehelichte Frau. Auch der heutige Tag verspricht eine lange Fahrt, mit einigen Zwischenstopps. Doch die geplante Demonstration lässt den Multi-Milliardär vermuten, dass es auch jemand auf ihn abgesehen hat.

Cosmopolis

von Don DeLillo

Don DeLillo ist ein amerikanischer Autor, der für seine lebensnahen und zukunftsvorausschauenden Romane bekannt ist. Er schreibt generell über das amerikanische Leben im 20. und 21. Jahrhundert.

Cosmopolis (2003) ist zwar eines seiner bekannteren Werke (wahrscheinlich auch weil es verfilmt wurde), aber er hat weitaus populärere Romane auf dem Markt gebracht. Darunter zählen vor allem Libra (1988) und Underworld (1997).

Rezension

Das Buch wollte ich gerade wegen des Klappentextes lesen. Die Vorstellung, dass eine Geschichte sich über einen einzigen Tag zieht und der Großteil der Handlung in der Limousine stattfindet. Ich war ein wenig fasziniert und begeistert.

 There are dead stars that still shine because their light is trapped in time. Where do I stand in this light, which does not strictly exist? 

Ich habe mich durch dieses Buch gequält und das Lesen gehasst.

Der Hauptprotagonist ist Eric. Mit seinen gerade einmal 28 Jahren ist er schon steinreich. Er ist richtig klever, beherrscht Finanzen und Aktien und alles wirtschaftliche. Gefühlstechnisch hapert es aber an so manchen Stellen.

Ihm war alles und jeder egal. Geht etwas schief- egal. Läuft alles super-egal. Stirbt einer seiner nahen Vertrauten- egal. Das ging mir so auf die Nerven. Ein wenig Distanz ist immer gut, vor allem für die sensiblen Mitmenschen ist das ein guter Weg nicht wahnsinnig zu werden. Aber er bemüht sich nicht einmal irgendeine Reaktion zu produzieren (oder vorzuheucheln).

Das Leben, sein Leben, dreht sich nur um Aktien, Geschäfte, mehr Geld, Daten, Zahlen,….. sehr eintönig!

Dann hat er da auch noch ganz komische Verhaltensweisen bzw. so gar keine Hemmungen. In einer Szene sitzt seine Sekretärin mit ihm im Auto und sein Arzt kommt auch noch vorbei. Er lässt sich dort, an Ort und Stelle, seine Prostata untersuchen. Der Frau sichtlich unangenehm (kurze Zeit später jedoch ganz angetan von ihm) lässt er sie nicht aussteigen.

 If this makes me sexier then where are you going? 

Die ganze Handlung war anstregend, weil auch auf nichts hingearbeitet wurde. Man begleitet Eric durch seinen Alltag. Das war es auch schon. Dennoch vermute ich, dass die Geschichte in der Originalsprache wahrscheinlich besser weggekommen wäre.

Besonders störend empfand ich die Dialoge. Es wurde nicht wirklich gekennzeichnet wer wann spricht, so kam man ganz schnell aus dem Lesefluss raus.

Lobenswert ist aber die Art und Weise wie die Finanzkrise beschrieben wurde. Gerade wenn man den Zeitpunkt der Veröffentlichung betrachtet hat DeLillo da eine großartige Leistung vollbracht.

Bonus

DeLillos Schreibstil ist einer, den man entweder für faszinierend erachtet oder nicht ausstehen kann. Gehört man zur letzteren Sparte, dann geht das meist einher mit dem typischen Satz „Vielleicht war das Buch einfach zu Hoch für mich“. Zumindest ist das die allgemeine Darstellung der weiteren Bewertungen, die ich zu diesem Buch gelesen habe.

Fazit

Cosmopolis ist ein relativ dünnes Werk, und dennoch will es nicht enden. Es hat mir wirklich nicht gefallen, den Film möchte ich auch nicht mehr sehen. Es gab einige schöne, beschriebene Szenen, die aber wirklich nicht ausgleichen konnten, was für eine Anstrengung dieses Buch war.

Für den ein oder anderen wird das Buch aber dennoch eine gute Lektüre sein, vor allem wenn man selbst gerne über finanzielle Aspekte liest und die Auswirkungen auf ein Land oder die Welt.

Das Buch mag man oder nicht, dazwischen ist fast nichts möglich.

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