[Krimskrams] Die Kunst des „Book folding“

Bookfolding Typ1

Book folding beschreibt schlicht und ergreifend das Bücher falten. Durch präzise Faltungen an den einzelnen Seiten eines Buches kannst du wunderschöne Motive herausarbeiten. Es gibt hierbei jedoch unterschiedliche Methoden und Typen des Book folding.

Die allgemeine Vorgehensweise bei dem Falten von Büchern ist schnell erklärt:

Das Buch sollte vor dir aufgeschlagen liegen. Du faltest nur die rechte Buchseite. Das heißt eine Faltung geschieht alle zwei Seiten. Dabei kannst du zwei verschiedene Methoden unterscheiden, die aufgrund der Vorlagen verschieden erscheinen. An der Vorgehensweise ändert sich aber nichts.

Methode 1: Vorlage verwenden anhand Photoshop

Die wohl einfachere Methode ist, eine Vorlage über Photoshop zu erstellen. Du kannst einfach dein gewünschtes Wort erstmal eintippen. Dann gibt es eine Funktion, die dir ermöglicht Spalten bzw. Linien einzufügen. Somit sollte dein Wort in Linien untergliedert sein. Ein Buchstabe soll dabei, wenn möglich, mindestens 40 Faltungen aufweisen, also brauchst du min. 40 Spalten bzw. Linien. Dies kannst du dann einfach in Photoshop einstellen.

Mit so einer Vorlage kannst du rein theoretisch nur einen Typ des Book Folding erstellen, nämlich das reine Falten. Viele Anwender finden diese Methode angenehmer, jedoch gefällt mir persönlich die nächste mehr.

Methode 2: Vorlage verwenden anhand Abmessungen

Eins gleich vorweg: wie man diese Vorlage selbst erstellt weiß ich noch nicht. Ich habe mich damit jetzt nicht beschäftigt, sondern einfach immer diese Vorlagen erworben.

Die Vorlage ist meist zusammengefasst in einer PDF Datei, die aus mehreren Seiten besteht. In dieser sind die Abmessungen in einer Tabelle aufgelistet. Ganz links steht meist die Nummer der Faltung. Entweder wird normal aufgezählt (1,2,3,..) oder es wird in zweier Schritten gezählt (1,3,5,..).

Das ist sehr wichtig und sollte immer beachtet werden! Hast du eine Vorlage mit einer normalen Aufzählung, dann heißt das, dass dies nur die Faltungen umfasst. Da du aber alle zwei Seiten faltest braucht dein Buch mindestens die doppelte Anzahl an Seiten. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass bei Aufzählungen im 2-er Schritt die Anzahl der vorhandenen Mindestseiten schon angegeben ist.

Neben der Nummer der Faltung stehen dann die Abmessungen. Bei einfachen Motiven ist meist auf einer Seite nur eine Abmessung abzulesen (z.B. Faltung Nr. 1 = 5.5 cm). Dann misst man mit einem Lineal  (die 0 ist unten an der Seite angelegt), wo sich die Abmessung befindet und markiert dies mit einem Bleistift. Bei schwierigeren Motiven können auch mehr als 10 Abmessungen angegeben sein.

Welche Methode für dich angenehmer ist merkst du ganz einfach beim Ausprobieren. Methode 2 braucht aber definitiv mehr Zeit und kann auch etwas nervenaufreibend sein, wenn man die Aufzählung nicht betrachtet oder das Lineal unbeobachtet verrutscht und so die Abmessungen verzerrt. Auch bei Methode 1 kann man aber mit den Linien verrutschen und eine oder mehrere Faltungen aus versehen auslassen.

Typ 1: einfaches „Book folding“

Book folding ist eigentlich ziemlich einfach. Verwendest du Vorlagen aus Photshop, also das Motiv in einzelne Linien aufgesplittet, schiebst du das Blatt einfach unter ca. 40 Seiten des Buches. Dann wird für jede Linie eine Seite gefaltet. Das bedeute du musst die Vorlage immer präzise mit verschieben.

Verwendest du die Vorlage anhand der Messungen ist es eventuell etwas anstrengender. Ich persönlich mag diese Methode aber mehr. Du musst also zunächst an der richtigen Stelle im Buch beginnen und auf jeder zu faltenden Seite deine Markierungen setzen. Ist dies vollendet beginnst du quasi wieder von Vorne. Nur das du hier die Seiten an den Markierungen abknickst.

Hier benutzt du entweder ein Lineal oder deinen Finger und legst es auf die Markierung. Dann nimmst du die Ecke der Seite und bringst sie auf die gleiche Höhe wie die Markierung, d.h. du knickst die Seite ab.

Das obere Bild zeigt dir beispielsweise den Typ 1 anhand einer Vorlage mit Abmessungen.

Typ 2: kein Falten, dafür jedoch „Book cutting“

Wie beim 1. Typ werden auch hier Markierungen auf den einzelnen Seiten gesetzt. Anstatt diese zu falten wird aber in die Markierungen reingeschnitten. Ungefähr 1,5 – 2cm sollten diese lang sein. Hierbei wird jede 2. Schnittstelle nach innen gefaltet, um so ein außergewöhnlicheres Motiv herzustellen.

Am besten hier aufpassen, dass man nicht eine Markierung überspringt. Erwähnenswert ist auch, dass die jeweils erste und letzte Markierung auf der Seite nie umgeknickt werden. Sollte das bei dir doch passieren, dann ist irgendwas schief gelaufen.

Typ 3: Kombinationstyp aus „Book Folding“ und „Book Cutting“

Book folding Typ3Verbindet man nun die zwei oberen Typen erhält man den Combi Cut-and-Fold genannten Typ. Hier wird jeweils die erste und letzte Markierung gefaltet. Alle inneren Markierungen  werden angeschnitten. Dabei wird auch hier jede zweite Schnittstelle nach innen gefaltet.

Von den verschiedenen Typen ist diese wohl am aufwendigsten. Jedoch bekommst du hier auch tolle Motive, mit schönen Effekten. Da ich alle drei mal ausprobiert habe meine ich, dass bei Typ 3 die Reaktionen am schönsten waren. Wenn es geht bleibe ich aber doch bei Typ 1. Das krieg ich an 1-2 Tagen hin. Für Typ 3 brauche ich weitaus länger (max. 1 Woche). Alles eine Frage von Lust und wie viel Zeit man selbst hat.

Extra

Billige und sehr schöne Vorlagen findest du z.B. bei Etsy. Hier variieren die Kosten für eine Vorlage zwischen 1 – 5 €. Je aufwendiger die Vorlage desto teurer ist sie. Diese kannst du aber downloaden und für immer behalten.

Besonders achten musst du dort auf die Angaben der Hersteller. Welcher Typ des Book Folding wird verwendet, wie viele Seiten braucht man und vor allem wie hoch muss das Buch mindestens sein. Es kann durchaus vorkommen, dass man eine Vorlage erwirbt und dann merkt, das manche Abmessungen bei über 20 cm liegen, aber das Buch gerade einmal 18 cm Länge aufweist.

Ja aber, warum ?

Viele verstehen dieses Book folding nicht. Normalerweise hütet man seine Bücher und verschandelt sie nicht. Vielleicht bist du auch kein Fan davon.

Vor ein paar Jahren hätte ich wohl noch entsetzt reagiert. Mittlerweile ist es aber eine tolle Idee. Ich habe so viele Bücher, die einfach nur rumliegen. Nicht mal in den Regalen, sondern einfach wo sich Platz anbietet.

Außerdem habe ich wirklich von jedem Bücher erhalten. Bücher, die im Müll lagen. Bücher, die draußen in einer „Zu-verschenken“ Box lagen. Bücher aus dem Secondhand Shop. Bücher, die sie selber loswerden wollten. Also habe ich genug Vorrat zum Bücher falten. Ich benutze auch nur die, die mir selbst nicht gefallen (ja das gibt’s). 

Probier es einfach mal. Bastel dir was schönes aus einer Harry Potter Vorlage ( Happy belated Anniversary ) oder bastel etwas kreatives als ein besonderes Geschenk. Hast du es vielleicht sogar schon ausprobiert? Oder magst du es gar nicht und willst mir sagen wieso ? Immer her damit!

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