[Informatives] Wie wird man eigentlich ein Lektor?

 

Lektor Korrektur
Jeder Lektor korrigiert nicht nur Grammatik-, Rechtschreib- und Satzzeichenfehler. Auch Inhaltslücken werden verbessert. (Quelle: annekarakash / pixabay.com)

Bevor ein Buch, ein Artikel oder ähnliches veröffentlicht wird, muss es erst durch einen Lektor durchgewunken werden. Ein Lektor, vom lateinischen lector „der Leser / Vorleser“, beschäftigt sich hauptsächlich mit der Korrektur von Manuskripten. Aber auch die erste Auswahl, also welches Werk das Zeug hat auf dem Markt zu bestehen, wird durch viele Lektoren getätigt. Dennoch gibt es für den Beruf Lektor keine eigenständige Ausbildung oder ein spezifisches Studium. Wie du aber dennoch diesen Karrierepfad gehen kannst werde ich versuchen zu erläutern.

Was genau tut ein Lektor?

Je nachdem bei welcher Arbeitsstelle man tätig ist fallen mal mehr und mal weniger Aufgaben dem Lektor zu.

Eines der wichtigsten Aufgaben ist es geeignete Manuskripte zu finden bzw. Autoren, die für den Verlag interessant sein könnten. Eine schlichte Akquise nennt man dies. Nicht immer fällt diese aber auf den Lektor zurück, das ist stark von der Struktur innerhalb des Verlags abhängig.

Generell geht es natürlich um die Korrektur von Manuskripten. Das heißt hier werden Grammatik, Rechtschreibung und Satzzeichen unter die Lupe genommen. Aber auch inhaltliche Fehler werden gesucht und ausgebessert. Es kann durchaus passieren, dass das eigentliche Werk nach der Korrektur anders klingt oder einen kleinen Abzweig im Handlungsgeschehen eingenommen hat. Dies natürlich aber mit der Kooperation des Autors.

Denn Lektoren müssen auch bewerten können, ob sich eine Geschichte gut verkaufen kann, ob sie interessant genug ist. Leider kommt man in diesem Beruf auch oft an eine Stelle, bei der die Geschichte herausragend ist, aber die Zielgruppe zu klein. Oder man weiß, dass das Werk nicht viele Leser für sich gewinnen kann. Dieses Manuskript wird dann leider beiseite gelegt.

Manchmal arbeitet ein Lektor auch eng mit der Marketing-Abteilung zusammen. In diesem Fall entwickelt dieser einen ansprechenden Klappentext oder hilft bei der Formulierung für verschiedene Werbemaßnahmen.

Der Lektor ist von Anfang bis Ende dabei: bei der Suche nach geeigneten Manuskripten für den Verlag, über die Korrektur des Werkes bis hin zum Buchdruck und zur eigentlichen Veröffentlichung.

Was muss ein Lektor mitbringen?

  • Affinität für Bücher
  • Affinität für das Schreiben und Lesen
  • Einwandfreie Grammatik- und Rechtschreibkenntnisse
  • Lust am ständigen lernen, einen Wissensdrang aufweisen. Für manche Manuskripte muss man sich nämlich in bestimmte Themen einlesen
  • Organisatorische Fähigkeiten
  • Selbständiges Arbeiten
  • Akzeptieren können, dass Lektoren nicht unbedingt Anerkennung erhalten

Wo arbeitet ein Lektor?

In allen Verlagen ist jemand zu finden, der die Aufgaben eines Lektors innehat. Besonders interessant ist, wenn Verlage auf ein Thema spezialisiert sind. Zum Beispiel bringt ein Verlag nur Bücher mit medizinischen Themen heraus. Dann muss der Lektor in der Lage sein die medizinischen Zusammenhänge zu verstehen und auch hier Fehler ausmachen zu können.

Lektor Buch Korrektur
Die Wege zum Lektor-Dasein sind nicht ganz so gradlinig, wie man es sich erhofft. (Quelle: PublicDomainPictures / pixabay.com)

Wie wird man Lektor – Ausbildung?

Um am einfachsten einen Weg in den Beruf Lektor zu gelangen lohnt sich z.B. eine Ausbildung in einem Buchhandel, einer Bibliothek oder „etwas, das mit Medien zutun hat“. Hier hat man bereits viel mit Büchern und anderen Medien zu tun, lernt darüber hinaus auch verwaltungstechnische und wirtschaftliche Aufgaben kennen. Durch diesen Einstieg kann man eventuell, wenn man engagiert genug ist, ein Netzwerk aufbauen von Verlagsmitarbeitern oder Autoren.

Bei einer Freundin hat das nämlich gefruchtet: nach einer Ausbildung zur Bibliothekarin hat sie viele Menschen kennen gelernt, die in einem Verlag mitarbeiten. Durch gelegentliche Jobs auf Buchmessen hat sie ein großes Netzwerk aufbauen können und darf jetzt selber manche Manuskripte lesen und korrigieren. Sie schreibt sogar, aber das ist ein anderes Thema.

Kurz und knapp: Ausbildung in Richtung Buchhandel, Journalismus. Dann Erfahrung sammeln in Verlagen und ein Netzwerk aufbauen. Ob man dann die Möglichkeit erhält ein Lektor zu werden ist reine Glückssache. Aber wenn die Liebe zum Buch schon besteht, dann ist auch die Ausbildung für sich eine tolle Sache.

Wie wird man Lektor – Studium?

Ein Germanistik, Linguistik oder Sprachwissenschaft Studium ist hilfreich. Aber auch in Richtung Journalismus. Oder aber ganz einfach: ein Studium Richtung Buchhandel / Verlagswirtschaft.

Hier sind besonders Praktika ausschlaggebend oder ein Volontariat. Es gibt nämlich Lektorats-Volontariate, die ca. 12- 18 Monate andauern und meist geringfügig vergütet werden. Ohne praktische Erfahrung kommt man nämlich überhaupt nicht rein (außer man hat das notwendige Vitamin B).

Besonders wichtig ist die bereits spezifizierte Ausrichtung. Habt ihr bereits eine Ausbildung oder ein Studium im medizinischen Bereich (es geht aber auch in anderen Bereichen, z.B. Wirtschaft. Hier werden dann Verlage für dich interessant, die wirtschaftliche Fachbücher herausgeben.), dann ist das natürlich von Vorteil. Die fehlende Spezialisierung kannst du aber durch Engagement und Wissensdrang übergehen.

Was verdient ein Lektor?

Das Gehalt eines Lektors ist stark davon abhängig in welchem Verlag man arbeitet, wie groß dieser ist und wie viel Erfahrung man mitbringt. Grob kann man aber von einem Durchschnittsgehalt von 2.500€ brutto ausgehen, mit viel Luft nach oben.

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